Berlin-Reise Shantychor

Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Hans-Werner Kammer (CDU) nahm der Shantychor der Marinekameradschaft Wilhelmshaven von 1894 e.V. vom 06. bis 09. Mai 2015 im Rahmen der politischen Bildung an einer Busreise nach Berlin teil.

Berlin-Reise

Der Wettergott war uns über die gesamte Reise günstig gesonnen. Bei bester Stimmung traten wir mit anderen politisch Interessierten aus dem Wahlkreis die Reise am 06. Mai an.
Nach Beziehen des Hotels und dem Abendessen trat der Shantychor spontan in einer alten Musikkneipe mit großem Erfolg auf und verbrachte dort einen gemütlichen Abend.
Ein zuvor übermitteltes umfangreiches Programm versprach interessante Eindrücke und Informationen über die Bundeshauptstadt.
Neben politischen Informationsgesprächen im Bundesministerium für Gesundheit und einer beeindruckenden Führung durch das Stasi-Museum Berlin nahmen wir gegen Abend des zweiten Tages an einer Diskussion mit Hans-Werner Kammer teil und wurden von ihm über seine umfangreichen Tätigkeiten im Bundestag informiert. Ein anschließender Rundgang durch die Kuppel des Reichtagsgebäudes vermittelte uns einen eindrucksvollen Rundblick über Berlin.
Der dritte Tag begann mit einer geführten Stadtrundfahrt. Höhepunkte waren der Besuch der Ausstellung „Wege, Irrwege, Umwege – Die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland“ im Deutschen Dom und der Besuch der Dauerausstellung „Tränenpalast“ am Reichtagsufer. Hier wurde anschaulich über die Schikanen des SED-Staates bei Ein- und Ausreisen über den Bahnhof Friedrichstraße informiert.
Am letzten Tag konnten wir uns im Haus der Wannsee-Konferenz ausführlich über die verhängnisvolle Entwicklung der Judenverfolgung bis zur dort geplanten „Endlösung“ informieren. Danach traten wir die Heimreise an.
Abschließend darf nicht unerwähnt bleiben, dass der Shantychor sowohl im Bundesministerium für Gesundheit als auch bei anderen Veranstaltungen immer wieder zu kurzen Auftritten aufgefordert wurde, die er mit Bravour absolvierte.
Die Abende verliefen in gemütlicher Runde. Auch hier trug der Chor durch gemeinsames Singen seemännischen Liedgutes zur fröhlichen Stimmung bei.

Helmut Neuser

Aktivitäten 2. Halbjahr 2014

1. Das Bordfest wurde am 30. Aug. 2014 im Gorch-Fock-Haus durchgeführt. Die Ansprache des Vorsitzenden zum Anlass dieses Festes, dem 120-jährigen Bestehen der MK WHV v. 1894 e. V. und zum 30. Jahrestag der ARCONA im Besitz unserer MK, sowie der Bericht von diesem Ereignis sind in der Flüstertüte 167 Oktober – Dezember 2014 und auf der Homepage der MK WHV veröffentlicht worden.

2. Der JadeWeserPort-Cup vom 03. – 05. Okt. 2014 wurde in diesem Jahr erstmalig unter der Federführung der Wilhelmshaven Touristik & Freizeit GmbH (WTF) durchgeführt. Im Rahmen der Planung für die WTF und die ARCONA fand eine Gesprächsrunde an Bord mit der Projektleiterin der WTF, Heike Gorat, Peter Westphal, dem Maritimen Koordinator der Veranstaltung, unserem Vorsitzenden und dem Beauftragten für die Press-/Öffentlichkeitsarbeit (PrÖA) der MK WHV statt, die uns verdeutlichte, dass die Veranstaltung primär für Touristen und Einheimische zu verstehen ist. Das wiederum passte ausgezeichnet in unser Konzept mit der Einladung zu Tagen der Offenen Tür bzw. des open ship auf der ARCONA. Viele Gäste baten ausdrücklich um eine Schiffsführung mit dem Wunsch, zusätzlich zum Kennenlernen des Schiffes die Übernachtungsmodalitäten an Bord erklärt zu bekommen. Der Vorsitzende, Helma Emedi und PrÖA waren erfreut, höchst interessierte Besucher herumführen und als potentielle Übernachtungsgäste identifizieren zu können. Eine Reservistengruppe und die Marinekameradschaft BUG von der Insel Rügen hatten sich ebenfalls auf der ARCONA einquartiert und sich bemerkenswert in den laufenden Gästebetrieb an Oberdeck eingebunden und mit kameradschaftlichem Entgegenkommen eine angenehme Stimmung ausgestrahlt. Überdies packten sie – wenn nötig – aktiv mit an! Insgesamt fiel die Gesamtbeurteilung der Teilnahme der MK WHV am JadeWeserPort-Cup 2014 hinsichtlich Besucherzahl, Werbewirksamkeit und Umsatz erfreulich positiv aus.

3. Teilnahme an der Landesverbandstagung Nordsee in Westerstede am 18. Okt. 2014
Die halbjährliche Routinetagung wurde im Zentrum des Ammerlandes im Hotel Altes Stadthaus unter der bewährten Leitung des Landesver- bandsvorsitzenden, Dr. Joachim Bopp, durchgeführt. Die MK WHV war durch den Vorsitzenden und den Beauftragten für die Press-/Öffentlich-keitsarbeit (PrÖA) vertreten. Nach der Begrüssung durch Dr. Bopp erfolgte eine beachtenswerte Vorstellung der Aktivitäten der Stadt Westerstede durch den Bürgermeister Klaus Groß, wobei dieser im Rahmen des Gesundheitsdienstes seiner Stadt das einzigartige Pilotprojekt der Kooperation der Ammerland-Klinik mit dem Bundeswehrkrankenhaus Westerstede erläuterte. Weitere Schwerpunkte seien die Natur, die Rhodo (Europas grösste Rhododendronschau), die NDR-Sommertour zu Gast in Westerstede und der Niedersachsentag 2015 mit Gartenkultur in Westerstede. Dem Gedenken an die verstorbenen Kameradinnen und Kameraden folgte die Durchführung der Ehrungen. Nach der Erörterung des Schwerpunktthemas des AO-Tages in Goslar, 3000 neue Mitglieder innerhalb von 12 Monaten für den DMB zu werben, wurde von unserem Vorsitzenden die Bedeutung des Begriffs KAMERADSCHAFT als wesentlicher Bestandteil auch für das Zusammenleben innerhalb des DMB herausgestellt. Allerdings fehle dieser Begriff in der Satzung des DMB, obwohl sehr viele Vereinigungen Marinekameradschaft heissen.
Die Diskussionsergebnisse weiterer Einzelthemen und die aktuelle Lage in den Kameradschaften des Landesverbandes Nordsee werden im Protokoll erfasst sein.
Der nächste AO-Tag wird am 17. Okt. 2015 in München stattfinden. Die ausgeglichene und humorvolle Leitung durch den Landesverbandsvorsitzenden kennzeichnete eine interessante und abwechselungsreiche Tagung in Westerstede.

4. Vortrag von Frau Gisela Hoch über den Ambulanten Hospizdienst Wilhelmshaven-Friesland e. V. am 23.Okt. 2014 auf der ARCONA
Frau Gisela Hoch, Ehefrau unseres Mitgliedes Konteradmiral a. D. Gottfried Hoch, hielt einen äusserst aufschlussreichen und tief beeindruckenden Vortrag über die Hospizarbeit, in deren Mittelpunkt der unheilbar kranke Mensch und die ihm Nahestehenden – mit ihren Bedürfnissen, Wünschen und Rechten – im häuslichen Bereich stehen. Ergänzend verwies sie auf den Kinderhospizdienst in Wilhelmshaven und auf das Friedel-Orth Hospiz in Jever.
Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben – diesem Motto fühlen sich die Mitarbeiter dieses humanitären Dienstes tief verpflichtet. Im Kern der Begleitung stehen die Würde und Einzigartigkeit des Schwerkranken oder Sterbenden. Gemeinsam wird versucht, eine auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Unterstützung zu finden. Dabei gilt das Augenmerk allen Beteiligten, Betroffenen, Angehörigen und Freunden. Unentgeltlich, überkonventionell und unparteiisch wird durch qualifizierte und intensive Begleitung in der letzten Lebensphase geholfen, ein würdiges Leben bis zuletzt zu führen. Förderer und Interessenten an einer Mitarbeit sind willkommen!

5. Gedenkgottesdienst anlässlich des Untergangs des Grossen Kreuzers (Panzerkreuzers) YORCK am 04. November 1914 auf der Jade
StvV und PrÖA, die an dem Gedenkgottesdienst in der St. Marien-Kirche in Schillig teilnahmen, erlebten eine einzigartige und betroffen machende Andacht, die der katholische Militärpfarrer Gerhard K. J. Schehr und Mitglied der MK WHV aus Wilhelmshaven zelebrierte. Vor dem Altar war ein Original-Rettungsring des Panzerkreuzers platziert. Die YORCK lief am Morgen dieses Tages in dichtem Nebel nach Stomversetzung auf eine deutsche Mine, wendete, wurde von einer weiteren eigenen Mine getroffen, kenterte und riss 336 Soldaten in den Tod. Der Kommandant hatte sich entschieden, trotz des Nebels nach Wilhelmshaven einzulaufen, weil Verdacht auf Paratyphus im Trinkwasser bestand. Der Lotse hatte die Übernahme der Verantwortung abgelehnt. Das abschliessende Totengedenken erfasste alle Toten der beiden Weltkriege und die bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr gefallenen deutschen Soldaten.

6. Das Backschinkenessen am 07. Nov. 2014 wurde von allen Teilnehmern als wohlschmeckend und gut organisiert beurteilt. Besondere Anerkennung fand der charmante Service durch vier Damen unserer Damengruppe.

7. Der Volkstrauertag am 16. Nov. 2014 fand in Wilhelmshaven erstmals mit einer zentralen Gedenkfeier in der Christus- und Garnisonkirche statt. Bei der anschliessenden Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof durch den Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven, Andreas Wagner, legte auch wie seit vielen Jahren die Abordnung der MK WHV, die die Fahne der Marinekameradschaft v. 1894 e. V. mit sich führte, einen Kranz nieder und gedachte der Toten aller Kriege, während Stabsbootsmann a. D. Wilhelm Hehl mit seiner Trompete Der gute Kamerad von Ludwig Uhland spielte.
Beim abschliessenden Gang mit dem Oberbürgermeister zu den Mahn- und Ehrenmalen für die Toten der deutschen Marinen beider Weltkriege, kam von Südosten leichter Nebel, Regen und eine kalte Brise auf, wodurch die Büsche, Sträucher und Bäume des Rüstringer Stadtparks sich in schemen- und geisterhafte Wesen zu verwandeln schienen. Der Nebel waberte höher, die Brise schlummerte ein – man konnte die Stille hören, die Unendlichkeit schien zum Greifen nahe und einige Besucher meinten, die Seelen der Toten zu erahnen.

8. Lesung der Krimiautorin Christiane Franke am 26. Nov. 2014 auf der ARCONA
Frau Franke trug in diesem Jahr zum 2. Mal aus dem Repertoire ihrer Kriminalliteratur vor, deren Aktionsfeld überwiegend die ostfriesische Heimatregion ist. Über den „Tellerrand“ hinaus ist auch der Bereich Friesland / Wilhelmshaven einbezogen. Dieses Mal griff sie auf ihr aktuelles Werk „Krabbenbrot und Seemannstod“ zurück, das sie zusammen mit Cornelia Kuhnert verfasst hat.
Das vornehmlich mit Damen gut gefüllte Brune-Deck genoss vier Kurz-krimis der humorvollen Art, deren Szenarien sich von Neuharlingersiel bis zu einem urigen Restaurant am Ems-Jade-Kanal westlich der Deich- brücke (Welches könnte es wohl sein?) erstreckten. Neben der norddeutschen Küstenlandschaft wurden den erwartungsvollen Zuhörerinnen und Zuhörern wiederum erdverbundene, irgendwie liebenswerte, manchmal „dröge-knorrige Mitmenschen“ vorgestellt. Die Handlungen waren spannungsgeladen und vergnüglich, man spürte die Akteure hautnah und erlebte ein überraschendes Ende.
Insgesamt wurden mitreissende, durch und durch überzeugende Regionalkurzkrimis mit Nervenkitzel der besonders feinen Art vorgetragen. Ihre Erdverbundenheit unterstrich Christiane Franke zusätzlich durch ihren mündlichen Ausdruck, der den Bezug zu ihrem Heimatort am Jadebusen unterstrich. Ein weiterer unterhaltsamer Lesungsabend dieser „Couleur“ mit Frau Christiane Franke an Bord der ARCONA wäre erstrebenswert!

9. Die traditionelle Weihnachtsfeier der MK WHV am 19. Dez. 2014 – natürlich an Bord – wurde bei vollem Brune-Deck mit mehr als 100 Gästen zelebriert. Die festliche Ausschmückung hatte federführend der Heimleiter in die Hand genommen und stilvoll umgesetzt. Nach der Begrüssung und den Dankesworten durch den Vorsitzenden begeisterte von neuem unser Shantychor mit seinen packenden Darbietungen. Die Weihnachtsgeschichte trug unser Mitglied Pastor August Vornhusen mit besonnener Weisheit vor. Nach der Stärkung durch Kartoffelsalat mit Würstchen – feines Weihnachtsgebäck mit entsprechenden Getränken war der Dekoration der Backen beigegeben – gab unser Mitglied August Desenz als Weihnachtsmann erheiternde aber durchaus abgeklärte Kommentare zum Besten, als er Geschenke und „Mitbringsel“ verteilte. Das Ergebnis der abschliessenden Sammlung von mehr als 350.- € durch Kamerad Desenz für das Spendenkonto der ARCONA sprach für sich selbst. Der Stellvertretende Vorsitzende rezitierte Heiteres von Joachim Ringelnatz – einem der eigenwilligsten und begabtesten Humoristen der deutschen Sprache – und weitere vergnügliche Anekdoten.
Alles in allem war die Weihnachtsfeier ausgeglichen und harmonisch.

10. Das Brune-Deck war bei der Silvesterfeier an Bord am 31.Dez. 2014 sehr gut gefüllt bei erstaunlich vielen teilnehmenden Nichtmitgliedern. Die Souveränität unseres Mitgliedes Helmut Möhle als Diskjockey führte die ARCONA mit ihrer illustren Gesellschaft an Bord durch mannigfache Lagen auf wechselnden Kursen unbeirrt und zielsicher in das Jahr 2015. In der Tat ein Ereignis, auf dessen Neuauflage sich Kenner freuen dürften.

11. Die Zahl der Übernachtungsgäste war wiederum erfreulich für den Wirtschaftsbereich. Ende Oktober wurde beispielsweise das Treffen der Bordgemeinschaft ehemaliger Besatzungsmitglieder des Landungsbootes LSM VIPER, ehemals 2. Landungsgeschwader, mit 16 Teilnehmern an Bord der ARCONA durchgeführt. Die Teilnehmer waren vom Gesamtarrangement so begeistert, dass das nächste Treffen im September 2015 geplant ist – natürlich wieder auf der ARCONA!

12. Franz Emedi hat zum Abschluss der Saison die Sanitärräume unseres Schiffes erneut in einen tadellosen Zustand versetzt – Bravo Zulu!

13. Die Seemännische Gruppe hat Ende Oktober / Anfang November das Oberdeck zur Überwinterung klariert. Das Zelt, der Getränkestand, der Grillstand, die Planen und Sonnensegel wurden abgebaut bzw. eingeholt und verstaut. Auch diese Arbeiten bedürfen einer ausdrücklichen Anerkennung – Bravo Zulu!

14. Zusammenfassend hat die Marinekameradschaft Wilhelmshaven v. 1894 e. V. durch profiliertes Management, überlegte Organisation und exakte Durchführungsmassnahmen die weitere Inbetriebhaltung ihres historischen Heim- und Wohnschiffes ARCONA sichergestellt und die Bedeutung unseres Vereins regional und überregional konsolidiert. Gleichzeitig ist es gelungen, die Zahl der Mitglieder zu erhöhen.

Begrüßungsansprache Bordfest

Guten Abend meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Freunde und Gäste,
liebe Kameradinnen und Kameraden der Marinekameradschaft Wilhelmshaven v.1894 e.V.!

Im Namen des Vorstands der Marinekameradschaft Wilhelmshaven von 1894 e.V. heiße ich Sie zu unserem „Bordfest“ im Gorch-Fock-Haus sehr herzlich willkommen.
Die MK Wilhelmshaven feiert in diesem Jahr ihr 120-jähriges Bestehen und begeht zugleich den 30-jährigen Jahrestag der ARCONA im Besitz der MK WHV.

Ich begrüße Sie und Euch alle sehr herzlich und freue mich, dass Sie und Ihr unserer Einladung gefolgt seid.

Besonders begrüße ich
– unser Stadtoberhaupt, Herrn Oberbürgermeister Andreas Wagner und Sie, liebe Frau Ursula Glaser als Vorsitzende des Rates der Stadt Wilhelmshaven,

– für die Marine begrüße ich sehr herzlich Herrn KzS Frank Vehoff, den Standortältesten Wilhelmshavens,

– den Präsidenten des Deutschen Marinebundes, Herrn Karl Heid und den Leiter des Landesverbandes Nordsee, Herrn Dr. Joachim Bopp kann ich heute wegen anderer Verpflichtungen leider nicht begrüßen.
Beide haben in Ihren jeweiligen schriftlichen Grußworten der Marinekameradschaft Dank und Anerkennung ausgesprochen und Grüße an Sie und Euch übermittelt.

Besonders begrüße ich einige unserer Ehrenmitglieder, die es sich nicht haben nehmen lassen, trotz hohen Alters, an diesem “Bordfest“ teilzunehmen.
Ich begrüße ganz herzlich Frau Helga Behrends, Frau Hannelore Behrens, die Kameraden Rolf Behrens, Ludwig Brinker und Augustinus Vornhusen, darüber hinaus langjährige ehemalige Vorstandsmitglieder unserer MK, die Kameraden Jürgen Spiegel, Friedrich Hofrage und Rolf Behrens.

Ich begrüße aus dem LV-Nordsee des DMB die Vorsitzenden der MK Horumersiel und der MK Lingen sowie der ehemaligen Bordgemeinschaft Segelschulschiff Gorch-Fock Peter Jacobs und als Vertreter der Seemannsmission, Herrn Godehard Ohmes.

Ich begrüße 3 Damen vom WSSV sowie persönliche Gäste aus dem Harz, dem Solling und aus Wilhelmshaven.

Selbstverständlich begrüße ich auch unseren Shantychor, dem ich an dieser Stelle meinen besonderen Dank aussprechen möchte für zahlreiche Auftritte in nah und fern
und vor ihren jeweiligen Auftritten auch unsere Hausband Melodiemix aus Hilden im Rheinland sowie die Tanzgruppe vom Centro Cultural Hispanico aus Wilhelmshaven.

Sehr geehrte Damen und Herren !

120 Jahre sind seit der Gründung des ersten Marinevereins in Wilhelmshaven, „Prinz Adalbert von Preußen“ vergangen. Es gibt in Wilhelmshaven nur sehr wenige Vereine, deren Gründungsjahr so lange zurückliegt und die heutzutage immer noch bestehen.
Ich möchte Ihnen und Euch im Zeitraffer eine Rückblick geben und mir wichtige erscheinende Daten, Ereignisse und auch Persönlichkeiten nennen.

3 Jahre nach Gründung des Deutschen Marinebundes im Juni 1891 in Kiel folgte die Gründung des Marinevereins „Prinz Adalbert“ in Wilhelmshaven am 14. August 1894.
Daneben bestanden oder sind aus diesem ersten Verein hervorgegangen unter anderen die Kameradschaften „Graf Baudissin“, „Bant“, „Rüstringen“ und der „U-Bootsverein von 1913“.

Alle diese Vereine, denen Kameraden aller Dienstgrade angehörten, hatten sich gebildet, um die Kameradschaft und das Borderlebnis zu pflegen und die Begriffe Seegeltung und Tradition weiterzutragen, ein Anliegen, das auch heute im Deutschen Marinebund seinen Ausdruck findet.

Im August 1897 fand erstmals ein Abgeordnetentag des DMB hier in Wilhelmshaven statt, der vom Marineverein „Prinz Adalbert“ ausgerichtet wurde. Ein zweiter AO-Tag folgte 1923.

Die Chronik der MK WHV aus dem Jahre 1969, aus der ich im Folgenden auszugsweise zitiere, kann nur lückenhaft sein, da die Unterlagen zum großen Teil in den letzten Kriegsjahren des 2.Weltkriegs verloren gegangen sind.
Von 1945 bis zum Jahre 1952 ruhte das Vereinsleben durch das Verbot der Militärregierung. Am 04. März 1952 wurde die MK WHV wieder gegründet. Kameradschaftsführer wurde Karl Beutz, einer seiner Stellvertreter wurde Walter Frank.

Mit der Gründung der MK WHV von 1894 wurde die langjährige Tradition der alten Marine-vereine der Jadestadt wiederaufgenommen.

Am 31. Mai 1952 trat die MK WHV erstmals nach dem 2.Weltkrieg wieder an die Öffent-lichkeit. Dieser Tag ist in die Marinegeschichte als Gedenktag der Seeschlacht vor dem Skagerrak eingegangen. So wurden an diesem Tage unter großer Beteiligung der Bevölkerung Kränze auf dem Ehrenfriedhof in Wilhelmshaven niedergelegt.

Um auch der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges ehrenvoll zu gedenken, entschloss man sich, den 31. Mai künftig als Marine-Gedenktag zu begehen. Viele Jahre wurde diese Tradition gepflegt.

Ein Jahr später, am 30. Mai 1953 wurde der Deutsche Marinebund aus der Taufe gehoben. Der Vorsitzende der MK WHV, Karl Beutz wurde Vize-Präsident des DMB. Walter Frank wurde neuer Vorsitzender der MK WHV v. 1894.
An dem großen Marinetreffen 1953, gleichzeitig dem 1.Abgeordnetentag nach der Wiedergründung des DMB nach dem 2.Weltkrieg, das aus Anlass der 100 Jahr-Feier der Stadt Wilhelmshaven, in WHV stattfand, nahmen ca. 20 Tsd. ehemalige Marineangehörige teil.

1954 wurde erstmalig der „Marinegedenk- und Skagerraktag“ mit dem Großen Zapfenstreich auf dem Adalbertplatz begangen unter Beteiligung v. 25 Tsd. Menschen, die der feierlichen Musik bei Fackelschein andächtig lauschten und das Deutschland-Lied ergriffen mitsangen.

Im 0ktober desselben Jahres feierte die MK in allen Räumen des „Schützenhofes“ ein Bordfest, das einen derartigen Zuspruch durch die Bevölkerung erfuhr, dass der Saal polizeilich geschlossen werden musste.
So die Dokumentation der MK WHV aus dem Jahre 1969, die aus Anlass der 75-Jahrfeier der MK WHV geschrieben wurde.
Dieses Jubiläum wurde u.a. mit einem Festakt im Stadttheater und einem Bordfest hier im Gorch Fock Haus begangen und gefeiert.

Weitere AO-Tage in Wilhelmshaven sollten nach 1953 folgen, zunächst 1963, dann 1978, 1991 und 2003, 50 Jahre nach Wiedergründung des DMB nach dem 2.Weltkrieg mit einem Festakt in der Stadthalle in Anwesenheit der gesamten Admiralität der Bundesmarine und einem bisher letzten feierlichen Zapfenstreich hier in Wilhelmshaven auf dem Rathausplatz. Unser Kamerad KzS a.D. Michael Kämpf führte damals den Deutschen Marinebund als Präsident und unser Kamerad Rolf Behrens wurde nach jahrelanger Tätigkeit als Vizepräsident feierlich aus seinem Amte verabschiedet.

10 Jahre danach wurde unsere MK auf Wunsch des Präsidiums des DMB gebeten, den AO-Tag im Jahre 2013 erneut in Wilhelmshaven durchzuführen. Es war uns eine Freude und Ehre zugleich, diesem Wunsche der DMB-Spitze und dem Auftrag der Delegierten nachzukommen.

Die Häufigkeit dieser Treffen in unserer Stadt unterstreicht – wie ich meine – in bemerkens-werter Weise die besondere Bedeutung Wilhelmshavens als größtem Marinestandort der Deutschen Marine und als Standort der größten Marinekameradschaft Deutschlands im Deutschen Marinebund.

Ein Meilenstein in der Geschichte der MK WHV erinnert uns an das Jahr 1984.
Stichwort ARCONA:
Das 1982 von der Bundesmarine außer Dienst gestellte Wohnschiff ARCONA sollte verschrottet werden. Es kam jedoch anders.

Die MK WHV stellte über den DMB den Antrag, das Schiff zur Nutzung und Pflege zu übernehmen. Nach einer Reihe von Übernahmegesprächen, die der damalige Vorsitzende der MK WHV, Kamerad Manfred Kaluza mit dem Oberbürgermeister und dem Stadtdirektor Wilhelmshavens sowie dem DMB führte, nach der arbeitsintensiven Errichtung der Steganlage und vieler vorbereitender Arbeiten der MK-Mitglieder, die unser Kamerad Manfred Schmitz in der „Flüstertüte“, Ausgabe 166 eindrucksvoll beschreibt, war es am 14. August 1984 soweit:
In einer feierlichen Stunde konnte Manfred Kaluza die ARCONA übernehmen und „Flagge und Wimpel“ setzen lassen.
Den damaligen Verantwortlichen und Aktiven gilt heute unser aller Dank.

Um die Jahrtausendwende war die ARCONA in „schwieriges Fahrwasser“ geraten. Es waren damals mein Vorgänger als Vorsitzender, „Aki“ Schulze und Kam. Jürgen Spiegel als Schatzmeister, die die ARCONA wieder in „ruhige Gewässer“ zurückführten.

Seit 30 Jahren liegt unsere „alte Lady“ nunmehr an Ihrem angestammten Liegeplatz im Großen Hafen und dient uns – auf wirtschaftlicher Basis – als schwimmendes Vereinsheim und als Begegnungsstätte für Angehörige der Deutschen Marine, für Mitglieder des Deutschen Marinebundes sowie als Unterkunft für maritim interessierte Bürgerinnen und Bürger unseres Landes und darüber hinaus.

Die ARCONA lag im Laufe der Jahre mehrfach zur Instandhaltung im Marinearsenal und zuletzt 2006 in der Neuen Jadewerft. Die Werner-Brune-Stiftung hat uns dabei sehr gut unterstützt. Spätestens 2016 ist eine weitere Werftliegezeit erforderlich, um in erster Linie das Unterwasserschiff prüfen zu lassen.
Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen ehrenamtlichen tätigen Mitgliedern, die in all den Jahren viel Zeit und Arbeit investiert haben, ARCONA zu erhalten.
Diese Bereitschaft wird auch in der Zukunft notwendig sein. Und denken Sie bitte daran: Auch durch Spenden können Sie uns bei dem Erhalt der ARCONA unterstützen und auch durch Mitgliedschaft in der Marinekameradschaft Wilhelmshaven.

Insgesamt betrachten wir – die MK WHV – es als unser übergeordnetes Ziel, unseren Mitgliedern, unseren Freunden und Gästen, die ARCONA so lange wie möglich als historisches Schiff und Attraktion am Bontekai zu präsentieren.
ARCONA ist zweifellos in all den Jahren zu einem festen Bestandteil des Hafenbildes geworden. … und so soll es auch für einige weitere Jahre bleiben.

Ich danke Ihnen und wünsche allen einen schönen Abend.

Horst J. Tschöpe
Vorsitzender der MK Wilhelmshaven v. 1894 e.V.