Historischer Kalender – Maritime Ereignisse vor 100 Jahren

Ein Übungstorpedo versenkt die „Sigrid“

Am 10. August 1926 kommt es in der Ostsee zu einem ungewöhnlichen und folgenreichen Unfall. Während einer nächtlichen Torpedoübung der deutschen Reichsmarine wird der dänische Segler „Sigrid“ von einem Übungstorpedo getroffen. Die fünfköpfige Besatzung kann gerettet werden – das Schiff selbst ist nicht zu retten.

Es ist kurz vor Mitternacht. Die „Sigrid“, eine kleine dänische Galeasse aus Fredericia, befindet sich auf der Reise von Lübeck nach Kopenhagen. An Bord befinden sich rund 92 Tonnen Porzellanerde. Das Schiff ist damit ein typischer kleiner Frachtensegler jener Zeit, der zwischen den Häfen der Ostsee unterwegs ist.

Zur gleichen Zeit führen deutsche Torpedoboote in der Ostsee eine nächtliche Schießübung durch. Die Reichsmarine befindet sich damals in einer besonderen Situation. Nach dem Ersten Weltkrieg ist ihre Stärke durch den Versailler Vertrag erheblich begrenzt. Dennoch muss die Marine ihre Besatzungen ausbilden und den Umgang mit ihren Waffen und Geräten trainieren. Torpedoübungen gehören zu den wichtigen Ausbildungsaufgaben.

Torpedo-Boot S 19, 17.10.1912. Führerboot der XIV. Halbflottille, ab 1917 Vorposten- u. Geleitflottille, in Reichsmarine übernommen. Quelle: Die deutsche Flotte 1845 – 1945. Kroschel-Evers 8. Auflage

 

An der Übung sind die Torpedoboote „S 18 und S 19“ beteiligt. Beide Boote stammen aus der Zeit der Kaiserlichen Marine und waren nach dem Krieg in die Reichsmarine übernommen worden.

Torpedo-Boot S 19, Torpedobootsflottille, 1935 abgewrackt.
Quelle: Die deutsche Flotte 1845 – 1945. Kroschel-Evers
8. Auflage

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Maritime Ereignisse im August

Die Augusttage 1914 – Der Krieg beginnt auf See

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs Anfang August 1914 begann nicht nur an Land, sondern auch auf den Weltmeeren eine neue Epoche der Kriegführung. Erstmals standen sich die Flotten der Großmächte in einem industriell geführten Krieg gegenüber. Moderne Großkampfschiffe, Kreuzer, Torpedoboote, Minenschiffe und U-Boote sollten den Verlauf des Krieges nachhaltig prägen.

Mobilmachung der Hochseeflotte

Am 1. August 1914 ordnete das Deutsche Reich die Mobilmachung an. Innerhalb weniger Stunden verließen die Kriegsschiffe ihre Liegeplätze und bezogen ihre Einsatzräume in der Deutschen Bucht. Kohlen- und Munitionsvorräte wurden ergänzt, Reservisten meldeten sich an Bord, und die Besatzungen versetzten ihre Schiffe in volle Gefechtsbereitschaft.

Deutsche Hochseeflotte
Die deutsche Hochseeflotte in der Nordsee, aufgenommen kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die moderne Flotte bildete das Rückgrat der Kaiserlichen Marine und stand ab August 1914 der britischen Grand Fleet gegenüber.
Quelle: Wikimedia Commons / U.S. Naval Historical Center – Public Domain.

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter dem Oberbefehl von Admiral Friedrich von Ingenohl lag der Schwerpunkt der deutschen Seestreitkräfte in Wilhelmshaven, dem Hauptstützpunkt der Hochseeflotte. Sie verfügte über moderne Großkampfschiffe der Nassau-, Helgoland- und Kaiser-Klasse sowie über Schlachtkreuzer, Kleine Kreuzer, Torpedoboote und eine noch junge U-Boot-Waffe. Trotz ihrer hohen Kampfkraft blieb sie der britischen Royal Navy zahlenmäßig deutlich unterlegen.

Die ersten Marineoperationen

Mit dem britischen Kriegseintritt am 4. August 1914 begann der Seekrieg. Noch am selben Tag lief das zum Hilfsminenschiff umgerüstete Passagierschiff „SMS Königin Luise“ aus, um vor der Themsemündung Minen zu legen. Ziel war es, den britischen Schiffsverkehr zu stören und die Royal Navy bereits zu Beginn des Krieges unter Druck zu setzen.

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Die Nacht, die die Seekriegsführung veränderte

Der „Eilath-Vorfall“ vom 21. Oktober 1967 und seine Folgen für die Bundesmarine

Am Abend des 21. Oktober 1967 patrouillierte der israelische Zerstörer INS Eilat vor der Küste von Port Said. Was zunächst wie ein Routineeinsatz nach dem Sechstagekrieg erschien, entwickelte sich zu einem Wendepunkt der Marinegeschichte. Zwei ägyptische Schnellboote der Komar-Klasse feuerten sowjetische Styx-Seezielflugkörper (P-15 Termit) auf den Zerstörer ab. Mehrere Treffer führten zum Untergang des Schiffes; 47 israelische Seeleute verloren ihr Leben.

Der israelische Zerstörer „INS Eilat“ (ex HMS Zealous). Quelle: Egypt Today / Sinking Eilat destroyer – 50 years on – EgyptToday

 

 

 

 

 

 

P-15 Termit (SS-N-2 Styx)
Sowjetischer Seezielflugkörper vom Typ P-15 Termit (NATO: SS-N-2 Styx). Quelle: Missile Defense Advocacy Alliance / P-15 Termit (SS-N-2 Styx)

Erstmals war ein Kriegsschiff durch Seezielflugkörper versenkt worden. Der „Eilath-Vorfall“ markierte den Übergang von der klassischen Artillerieseeschlacht zum Raketenzeitalter und zwang nahezu alle Marinen der Welt zu einem grundlegenden Umdenken – darunter auch die Bundesmarine. „Die Nacht, die die Seekriegsführung veränderte“ weiterlesen