Als Deutschland noch keine Marine besaß
8. Mai 1945. Der Zweite Weltkrieg ist beendet. Die deutsche Kriegsmarine existiert nicht mehr. Deutschland ist besetzt, die militärischen Strukturen werden aufgelöst und die deutschen Streitkräfte gehören der Vergangenheit an. Doch eine Aufgabe lässt sich nicht einfach beenden: Die Meere müssen wieder sicher werden. Während des Zweiten Weltkriegs hatten die Kriegsparteien in großem Umfang Seeminen in Nord- und Ostsee sowie in den Zufahrten zu Häfen und wichtigen Seewegen verlegt. Diese Minen stellten auch nach Kriegsende eine erhebliche Gefahr dar. Für die Handelsschifffahrt, die Versorgung der Bevölkerung und den wirtschaftlichen Wiederaufbau mussten die Seewege wieder befahrbar werden. Damit begann ein ungewöhnliches Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte: Deutsche Seeleute gingen wieder zur See – nicht als Angehörige einer deutschen Marine, sondern unter alliierter Führung.
Der Deutsche Minenräumdienst entsteht
Unter britischer und amerikanischer Führung entstand 1945 der Deutsche Minenräumdienst, international als German Minesweeping Administration (GMSA) bezeichnet. Zeitweise gehörten ihm rund 27.000 Männer und mehrere hundert Fahrzeuge an. Viele von ihnen waren ehemalige Angehörige der Kriegsmarine. Teilweise fuhren sie sogar auf den ihnen bereits vertrauten Minenräumbooten weiter – nun allerdings unter alliierter Kontrolle.

Quelle: Die Marine in Wilhelmshaven. Eine Bildchronik zur deutschen Marinegeschichte von 1853 bis heute. Bernhard Koop, Erich Mulitze.
Der Auftrag war eindeutig: Minen suchen. Minen räumen. Seewege wieder öffnen.
„Die Minenräumer – Deutschlands gefährlicher Neubeginn zur See 1945–1956“ weiterlesen


