Maritime Ereignisse im August

Die Augusttage 1914 – Der Krieg beginnt auf See

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs Anfang August 1914 begann nicht nur an Land, sondern auch auf den Weltmeeren eine neue Epoche der Kriegführung. Erstmals standen sich die Flotten der Großmächte in einem industriell geführten Krieg gegenüber. Moderne Großkampfschiffe, Kreuzer, Torpedoboote, Minenschiffe und U-Boote sollten den Verlauf des Krieges nachhaltig prägen.

Mobilmachung der Hochseeflotte

Am 1. August 1914 ordnete das Deutsche Reich die Mobilmachung an. Innerhalb weniger Stunden verließen die Kriegsschiffe ihre Liegeplätze und bezogen ihre Einsatzräume in der Deutschen Bucht. Kohlen- und Munitionsvorräte wurden ergänzt, Reservisten meldeten sich an Bord, und die Besatzungen versetzten ihre Schiffe in volle Gefechtsbereitschaft.

Deutsche Hochseeflotte
Die deutsche Hochseeflotte in der Nordsee, aufgenommen kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die moderne Flotte bildete das Rückgrat der Kaiserlichen Marine und stand ab August 1914 der britischen Grand Fleet gegenüber.
Quelle: Wikimedia Commons / U.S. Naval Historical Center – Public Domain.

 

 

 

 

 

 

 

 

Unter dem Oberbefehl von Admiral Friedrich von Ingenohl lag der Schwerpunkt der deutschen Seestreitkräfte in Wilhelmshaven, dem Hauptstützpunkt der Hochseeflotte. Sie verfügte über moderne Großkampfschiffe der Nassau-, Helgoland- und Kaiser-Klasse sowie über Schlachtkreuzer, Kleine Kreuzer, Torpedoboote und eine noch junge U-Boot-Waffe. Trotz ihrer hohen Kampfkraft blieb sie der britischen Royal Navy zahlenmäßig deutlich unterlegen.

Die ersten Marineoperationen

Mit dem britischen Kriegseintritt am 4. August 1914 begann der Seekrieg. Noch am selben Tag lief das zum Hilfsminenschiff umgerüstete Passagierschiff „SMS Königin Luise“ aus, um vor der Themsemündung Minen zu legen. Ziel war es, den britischen Schiffsverkehr zu stören und die Royal Navy bereits zu Beginn des Krieges unter Druck zu setzen.

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Die Nacht, die die Seekriegsführung veränderte

Der „Eilath-Vorfall“ vom 21. Oktober 1967 und seine Folgen für die Bundesmarine

Am Abend des 21. Oktober 1967 patrouillierte der israelische Zerstörer INS Eilat vor der Küste von Port Said. Was zunächst wie ein Routineeinsatz nach dem Sechstagekrieg erschien, entwickelte sich zu einem Wendepunkt der Marinegeschichte. Zwei ägyptische Schnellboote der Komar-Klasse feuerten sowjetische Styx-Seezielflugkörper (P-15 Termit) auf den Zerstörer ab. Mehrere Treffer führten zum Untergang des Schiffes; 47 israelische Seeleute verloren ihr Leben.

Der israelische Zerstörer „INS Eilat“ (ex HMS Zealous). Quelle: Egypt Today / Sinking Eilat destroyer – 50 years on – EgyptToday

 

 

 

 

 

 

P-15 Termit (SS-N-2 Styx)
Sowjetischer Seezielflugkörper vom Typ P-15 Termit (NATO: SS-N-2 Styx). Quelle: Missile Defense Advocacy Alliance / P-15 Termit (SS-N-2 Styx)

Erstmals war ein Kriegsschiff durch Seezielflugkörper versenkt worden. Der „Eilath-Vorfall“ markierte den Übergang von der klassischen Artillerieseeschlacht zum Raketenzeitalter und zwang nahezu alle Marinen der Welt zu einem grundlegenden Umdenken – darunter auch die Bundesmarine. „Die Nacht, die die Seekriegsführung veränderte“ weiterlesen

Historisches Kalenderblatt – Der Angriff auf die französische Flotte bei Mers-el-Kébir

3. Juli 1940 – Der Angriff auf die französische Flotte bei Mers-el-Kébir
Eine der tragischsten Entscheidungen des Zweiten Weltkrieges

Am 3. Juli 1940 ereignete sich im algerischen Hafen Mers-el-Kébir, nahe Oran, ein dramatisches Kapitel der Seefahrtsgeschichte. Nur wenige Wochen nach der Kapitulation Frankreichs griff die britische Royal Navy ihren bisherigen Verbündeten an. Innerhalb weniger Minuten verloren fast 1.300 französische Seeleute ihr Leben – eine Tragödie, die bis heute zu den schmerzhaftesten Ereignissen der Marinegeschichte zählt.

Die Ausgangslage

Am 22. Juni 1940 hatte Frankreich mit dem Deutschen Reich einen Waffenstillstand geschlossen. Für die britische Regierung unter Premierminister Winston Churchill entstand damit eine gefährliche strategische Lage. Die französische Marine gehörte zu den stärksten der Welt. London befürchtete, dass moderne Schlachtschiffe, Kreuzer und Zerstörer unter deutschen Einfluss geraten und gegen Großbritannien eingesetzt werden könnten.
Obwohl der Waffenstillstandsvertrag vorsah, dass die französischen Kriegsschiffe unter französischer Kontrolle bleiben sollten, vertraute die britische Regierung diesen Zusicherungen nicht. Angesichts der drohenden Invasion der britischen Inseln entschied Churchill, jedes denkbare Risiko auszuschließen.

Operation „Catapult“

Unter dem Decknamen Operation „Catapult“ sollten französische Kriegsschiffe weltweit entweder übernommen, entwaffnet oder – falls erforderlich – zerstört werden.
Vor Mers-el-Kébir lief die britische Force H unter Admiral James Somerville auf. Dem französischen Verband unter Admiral Marcel-Bruno Gensoul wurde ein Ultimatum gestellt. Die französischen Schiffe sollten:
– sich der Royal Navy anschließen,
– in einen britischen Hafen überlaufen,
– in die Karibik oder in die USA auslaufen und dort entwaffnet werden
oder sich selbst versenken.

Die französische Führung lehnte diese Forderungen ab. Missverständnisse, mangelnde Kommunikation und gegenseitiges Misstrauen verschärften die Situation zusätzlich. „Historisches Kalenderblatt – Der Angriff auf die französische Flotte bei Mers-el-Kébir“ weiterlesen